Feuchte Kellerwand, abplatzender Putz, Salzausblühungen oder muffiger Geruch – wer nach einer Lösung sucht, stößt sehr schnell auf einen Begriff:
Horizontalsperre nachträglich einbauen. Das klingt zunächst logisch. Feuchtigkeit steigt im Mauerwerk nach oben, also wird eine Sperre eingebaut, die diesen Transport unterbrechen soll. Doch so einfach ist die Situation bei vielen älteren Kellern nicht.
Denn eine klassische Horizontalsperre muss innerhalb eines häufig sehr ungleichmäßigen alten Mauerwerks eine möglichst durchgängige Sperrzone erzeugen. Und selbst wenn diese funktioniert, schützt sie zunächst gegen aufsteigende Feuchtigkeit – nicht automatisch gegen Feuchtigkeit oder Wasser, das seitlich durch die erdberührte Kellerwand eindringt. Genau das erleben wir regelmäßig in der Sanierungspraxis:
Eigentümer haben bereits Geld für eine nachträgliche Horizontalsperre ausgegeben – und einige Zeit später ist die Wand wieder feucht.
Warum passiert das? Welche Verfahren gibt es? Was kostet eine nachträgliche Horizontalsperre? Welche Möglichkeiten gibt es ohne Aufgraben? Und gibt es eine Alternative, bei der nicht nur eine einzelne horizontale Sperrebene erzeugt wird, sondern die Kellerwand selbst horizontal und vertikal abgedichtet wird? Dieser Ratgeber erklärt die Unterschiede.
Was ist eine Horizontalsperre überhaupt?
Eine Horizontalsperre soll verhindern, dass Feuchtigkeit über die Poren und Kapillaren mineralischer Baustoffe innerhalb des Mauerwerks nach oben transportiert wird. Bei Neubauten werden entsprechende Abdichtungen bereits während der Errichtung vorgesehen. Bei älteren Gebäuden können solche Sperren fehlen, beschädigt oder nicht mehr ausreichend funktionsfähig sein. Dann kann eine nachträgliche Horizontalsperre erforderlich werden.
Allerdings sollte man zunächst unterscheiden, woher die Feuchtigkeit tatsächlich kommt. Bei einem Keller können unter anderem drei Belastungen auftreten:
- Feuchtigkeit steigt von unten innerhalb des Mauerwerks auf.
- Feuchtigkeit oder Wasser dringt seitlich durch die erdberührte Kellerwand ein.
- Wasser gelangt über Bodenplatte oder Wand-Boden-Anschluss in den Keller.
Und diese Unterscheidung ist entscheidend. Denn eine klassische Horizontalsperre ist in erster Linie für Problem Nr. 1 gedacht.
Welche Möglichkeiten gibt es, eine Horizontalsperre nachträglich einzubauen?
Grundsätzlich existieren verschiedene Verfahren. Zu den bekanntesten gehören mechanische Horizontalsperren und Injektionsverfahren.
Mechanische Horizontalsperre
Bei einer mechanischen Horizontalsperre wird eine physische Sperrschicht in das vorhandene Mauerwerk eingebracht. Dafür gibt es unterschiedliche Methoden, beispielsweise Säge-, Schneide-, Maueraustausch- oder Blecheinschlagverfahren. Der Vorteil besteht darin, dass tatsächlich eine mechanische Trennung innerhalb der Wand hergestellt wird. Der Eingriff in die bestehende Bausubstanz kann allerdings erheblich sein. Gerade bei älteren Gebäuden müssen Wandaufbau, Mauerwerkszustand und gegebenenfalls statische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.
Horizontalsperre durch Injektionsverfahren
Sehr verbreitet sind nachträgliche Horizontalsperren mittels Injektion. Dabei werden in einer definierten Höhe Bohrlöcher in das Mauerwerk eingebracht. Über diese Bohrungen wird ein Injektionsstoff in die Wand eingebracht. Je nach Verfahren kommen unterschiedliche Materialien und Wirkprinzipien zum Einsatz. Ziel ist es, den kapillaren Feuchtigkeitstransport innerhalb des Mauerwerks zu reduzieren beziehungsweise zu unterbrechen. Fachgerecht ausgeführte Injektionsverfahren sind anerkannte Sanierungsverfahren. Doch gerade bei Bestandsmauerwerk gibt es einen Punkt, der in der Praxis besondere Aufmerksamkeit verdient.
Warum funktioniert eine nachträgliche Horizontalsperre nicht immer dauerhaft?
Die entscheidende Herausforderung liegt innerhalb der Wand. Eine ältere Kellerwand ist normalerweise kein gleichmäßiger, homogener Baustoff. Je nach Gebäude können sich innerhalb eines Wandquerschnitts befinden:
- unterschiedliche Mauersteine
- verschieden saugende Materialien
- alte und neue Mörtelfugen
- Hohlräume
- Risse
- Fehlstellen
- unterschiedlich stark durchfeuchtete Bereiche
- unregelmäßige Fugenverläufe
- frühere Reparaturstellen
Bei einer Injektions-Horizontalsperre muss sich der eingebrachte Wirkstoff unter diesen Bedingungen so im Mauerwerk verteilen, dass eine ausreichend wirksame und möglichst durchgängige Sperrzone entsteht. Und genau hier kann eine Schwachstelle liegen.
Eine Sperre kann nur dort wirken, wo sie tatsächlich wirksam ausgebildet wird
Vereinfacht gesagt muss die horizontale Sperrzone den kapillaren Feuchtigkeitstransport über den relevanten Wandquerschnitt zuverlässig unterbrechen. Werden einzelne Bereiche des Mauerwerks nicht ausreichend erreicht oder bildet sich keine ausreichend zusammenhängende Wirkzone aus, können Bereiche verbleiben, über die weiterhin Feuchtigkeit transportiert wird. Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Injektionsverfahren grundsätzlich nicht funktionieren. Bei geeignetem Mauerwerk, geeigneten Injektionsstoffen und fachgerechter Planung und Ausführung können sie eine sinnvolle Lösung gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit darstellen. Die Bedingungen in einem 50, 80, 100 oder noch mehr Jahre alten Mauerwerk können in der Praxis jedoch erheblich von einer homogenen Labor- oder Idealstruktur abweichen.
Horizontalsperre gemacht – Wand trotzdem wieder feucht?
Genau solche Fälle erleben wir in unserer täglichen Sanierungspraxis. Immer wieder wenden sich Hauseigentümer an uns, bei deren Gebäude zuvor bereits eine nachträgliche Horizontalsperre von einem anderen Sanierungsunternehmen eingebracht worden war. Das Problem sollte damit eigentlich erledigt sein. Doch später treten erneut typische Feuchtigkeitsschäden auf:
- Die Wand wird wieder feucht.
- Putz beginnt erneut abzuplatzen.
- Salzausblühungen werden sichtbar.
- Es riecht wieder muffig.
- Beschichtungen lösen sich oder es zeigen sich erneut dunkle Feuchtigkeitsbereiche.
Für den Hauseigentümer ist das besonders unangenehm. Denn er hat bereits für eine Sanierung bezahlt und muss nun möglicherweise ein zweites Mal investieren.
Warum kann eine Horizontalsperre versagen?
Dafür kommen verschiedene Ursachen infrage. Eine mögliche Ursache ist eine nicht ausreichend durchgängige Wirkzone innerhalb des Mauerwerks. Eine zweite – und mindestens ebenso wichtige – Ursache wird häufig übersehen:
Die Feuchtigkeit kommt möglicherweise gar nicht ausschließlich von unten.
Eine Kellerwand befindet sich teilweise oder vollständig im Erdreich. Feuchtigkeit kann deshalb nicht nur kapillar nach oben steigen, sondern auch seitlich auf die Kelleraußenwand einwirken. In diesem Fall kann eine horizontal eingebrachte Sperre durchaus funktionieren – und die Kellerwand trotzdem feucht bleiben. Denn die horizontale Sperre und die vertikale Abdichtung haben unterschiedliche Aufgaben. Genau hier liegt häufig ein Denkfehler:
Feuchte Kellerwand = aufsteigende Feuchtigkeit = Horizontalsperre.
Das kann stimmen. Es muss aber nicht die vollständige Ursache des Schadens sein.
Horizontal- und Vertikalsperre: Was ist der Unterschied?
Der Unterschied lässt sich einfach erklären.
- Horizontalsperre
- Sie soll verhindern, dass Feuchtigkeit innerhalb der Wand von unten nach oben steigt.
- Vertikalabdichtung
- Sie soll verhindern, dass Feuchtigkeit beziehungsweise Wasser seitlich durch die Wand eindringt.
Bei einem erdberührten Keller können beide Wasserwege gleichzeitig vorhanden sein. Und damit stellt sich eine entscheidende Frage:
Warum ausschließlich eine horizontale Linie innerhalb der Wand abdichten, wenn das Wasser zusätzlich über die gesamte erdberührte Wandfläche eindringen kann?
Genau an diesem Punkt unterscheiden sich klassische Horizontalsperren von umfassenderen Abdichtungskonzepten.
Horizontalsperre bei drückendem Wasser – reicht das?
Besonders deutlich wird der Unterschied bei drückendem Wasser. Eine klassische Horizontalsperre ist in erster Linie dafür vorgesehen, den kapillaren Feuchtigkeitstransport nach oben zu unterbrechen. Drückt dagegen Wasser von außen gegen die erdberührte Kellerwand oder wirkt es auf die Bodenplatte ein, handelt es sich um eine andere Belastung. Dann benötigt das Gebäude ein Abdichtungssystem, das für diese Wasserbeanspruchung ausgelegt ist. Eine reine Horizontalsperre kann diese Aufgabe nicht automatisch übernehmen. Gerade bei stark wasserbelasteten Kellern sollte deshalb nicht nur ein einzelner Feuchtigkeitsweg betrachtet werden. Wand, Wand-Boden-Anschluss und Bodenplatte müssen gegebenenfalls als zusammenhängendes System betrachtet werden.
Horizontalsperre von innen – geht das?
Ja.
Verschiedene Verfahren zur nachträglichen Horizontalsperre können von der Gebäudeinnenseite ausgeführt werden. Das ist gerade bei Kellern interessant, weil eine klassische Außenabdichtung mit erheblichem Aufwand verbunden sein kann. Um eine Kellerwand von außen vollständig abzudichten, müssen je nach Gebäude beispielsweise Erdreich ausgehoben, Wege oder Terrassen aufgenommen, Leitungen berücksichtigt und Außenanlagen anschließend wiederhergestellt werden. Deshalb suchen viele Eigentümer gezielt nach:
„Horizontalsperre von innen“
oder
„Horizontalsperre ohne Aufgraben“.
Injektionsverfahren können diese Anforderung erfüllen. Es gibt jedoch auch einen anderen Ansatz:
Nicht nur eine horizontale Sperrzone herstellen, sondern das betroffene mineralische Bauteil selbst flächig von innen abdichten.
Alternative zur Horizontalsperre: Horizontal und vertikal gleichzeitig abdichten
Genau diesen Ansatz verfolgt das ISOKRISTALL®-Rekristallisationsverfahren. Der grundlegende Unterschied:
ISOKRISTALL® versucht nicht lediglich, innerhalb einer bestimmten Höhe der Wand eine einzelne horizontale Sperrzone herzustellen.
Das System wird flächig auf den mineralischen Untergrund aufgebracht. Reaktive Wirkstoffe dringen in die mineralische Struktur ein und reagieren dort unter anderem mit Calcium-, Magnesium- und Aluminium-Ionen. Dabei bilden sich mikroskopisch kleine Kristallstrukturen. Diese Rekristallisation verdichtet die Kapillarstruktur des mineralischen Bauteils und verschließt auch Mikrorisse. Die Abdichtungswirkung wird damit innerhalb des Bauteils selbst aufgebaut.
Der entscheidende Unterschied: keine reine Horizontalsperre
Damit verändert sich die gesamte Betrachtungsweise. Bei einer klassischen Horizontalsperre lautet die Aufgabe:
Wir müssen verhindern, dass Feuchtigkeit weiter nach oben steigt.
Beim ISOKRISTALL®-System lautet die Aufgabe dagegen:
Wir müssen verhindern, dass Wasser über die relevanten Bereiche überhaupt noch in den Keller eindringen kann.
Das System kann dabei sowohl eine horizontale Abdichtungswirkung als auch eine vertikale Abdichtungswirkung innerhalb der behandelten mineralischen Bauteile aufbauen. Werden Wandflächen, Wand-Boden-Anschluss und Bodenplatte in das Sanierungskonzept einbezogen, entsteht eine zusammenhängende Abdichtung. Deshalb sprechen wir vereinfacht von einer:
„Nachträglichen Weißen Wanne von innen“
Und das alles, ohne die Kelleraußenwände großflächig aufgraben zu müssen.
Warum wir bei ISOKRISTALL® keine zusätzliche klassische Horizontalsperre benötigen
Bei einer konventionellen Sanierung können mehrere einzelne Maßnahmen erforderlich werden:
- Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchtigkeit.
- Vertikalabdichtung gegen seitlich eindringendes Wasser.
- Abdichtung des Wand-Boden-Anschlusses gegen eindringende Feuchtigkeit in diesem besonders kritischen Bereich.
- Und gegebenenfalls eine zusätzliche Abdichtung der Bodenplatte.
ISOKRISTALL® verfolgt dagegen ein zusammenhängendes Systemkonzept. Statt mehrere voneinander getrennte Sperren gegen unterschiedliche Wasserwege aufzubauen, werden die betroffenen mineralischen Bauteile in das Rekristallisationssystem einbezogen. Damit kann gleichzeitig eine Horizontal- und Vertikalabdichtung entstehen. Eine zusätzliche klassische Bohrlochinjektion zur Herstellung einer Horizontalsperre ist deshalb bei einem entsprechend ausgeführten ISOKRISTALL®-Abdichtungskonzept nicht erforderlich.
Unsere Erfahrung: Reklamationen nach Horizontalsperren sind keine Seltenheit
Dieser Punkt ist uns besonders wichtig. Wir behaupten nicht, dass klassische Horizontalsperren grundsätzlich nicht funktionieren. Wir erleben in unserer eigenen Sanierungspraxis jedoch immer wieder Kunden, bei denen bereits zuvor eine Horizontalsperre durch einen anderen Anbieter hergestellt wurde – und die Feuchtigkeitsprobleme später trotzdem erneut aufgetreten sind. Teilweise wurde gebohrt und injiziert, teilweise wurden andere Abdichtungsverfahren eingesetzt.
Der Kunde hat dann nicht nur weiterhin einen feuchten Keller, sondern bereits Geld für eine Sanierung ausgegeben, die sein Problem nicht dauerhaft gelöst hat. Diese Erfahrungen kennen wir bei unseren mit ISOKRISTALL® ausgeführten Abdichtungen in dieser Form nicht. Nach unserer bisherigen betrieblichen Erfahrung treten die uns von fehlgeschlagenen vorherigen Horizontalsperren bekannten wiederkehrenden Reklamationsbilder bei fachgerecht mit ISOKRISTALL® ausgeführten Abdichtungen nicht auf.
Das ist eine Aussage aus unserer eigenen Sanierungspraxis und keine Behauptung, dass jedes andere Abdichtungsverfahren zwangsläufig versagen würde. Der technische Unterschied ist dennoch grundlegend: Eine klassische Horizontalsperre konzentriert sich auf einen bestimmten Feuchtigkeitstransportweg.
ISOKRISTALL® baut die Abdichtungswirkung horizontal und vertikal innerhalb der behandelten mineralischen Bauteile auf.
WTA-zertifizierte Kellerabdichtung statt reines Werbeversprechen
Gerade bei einem Verfahren zur Kellerabdichtung sollten Eigentümer nicht ausschließlich auf Werbeaussagen achten. Entscheidend sind technische Prüfungen, Zertifizierungen und die Eignung für die jeweilige Wasserbelastung. Das ISOKRISTALL®-System verfügt über eine WTA-Zertifizierung für die nachträgliche Innenabdichtung. Die WTA – Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege – entwickelt anerkannte technische Regelwerke für die Sanierung bestehender Bauwerke. ISOKRISTALL® ist zudem gegen Wasserdruck bis 1,5 bar geprüft. Das entspricht rechnerisch dem hydrostatischen Druck einer etwa 15 Meter hohen Wassersäule. Damit sprechen wir nicht mehr ausschließlich über kapillar aufsteigende Feuchtigkeit, sondern über ein Abdichtungssystem für erheblich stärkere Wasserbelastungen.
International ausgezeichnet: Structural Waterproofing System of the Year 2026 – Europe
Neben der technischen Zertifizierung wurde das ISOKRISTALL®-Verfahren 2026 auch international ausgezeichnet. Im Rahmen der Construction & Engineering Awards 2026 des britischen Architektur- und Baufachmagazins BUILD erhielt das System die Auszeichnung:
„Structural Waterproofing System of the Year 2026 – Europe“
also sinngemäß:
„Bauwerksabdichtungssystem des Jahres 2026 – Europa“.
Eine internationale Auszeichnung ersetzt selbstverständlich nicht die fachgerechte Beurteilung eines konkreten Gebäudes. Sie zeigt jedoch, dass das Abdichtungsverfahren auch international innerhalb der Bau- und Sanierungsbranche Beachtung findet.
Was kostet eine nachträgliche Horizontalsperre?
Eine der häufigsten Fragen lautet:
„Was kostet eine nachträgliche Horizontalsperre?“
Eine seriöse pauschale Antwort ist kaum möglich. Die Kosten hängen unter anderem ab von:
- Länge und Stärke der Wände
- Art des Mauerwerks
- Durchfeuchtungsgrad
- gewähltem Verfahren
- Zugänglichkeit
- notwendigen Vorarbeiten
- vorhandenen Salz- und Putzschäden
- erforderlichen Nacharbeiten
Viel wichtiger als der reine Preis pro laufendem Meter ist allerdings eine andere Frage:
Was bekomme ich für diesen Preis tatsächlich abgedichtet?
Wenn ausschließlich eine Horizontalsperre hergestellt wird, ist damit noch nicht automatisch eine seitlich wasserbelastete Kellerwand abgedichtet. Muss später zusätzlich eine Vertikalabdichtung ausgeführt werden oder sind sogar Wand-Boden-Anschluss und Bodenplatte betroffen, kann sich die ursprünglich vermeintlich günstigere Lösung im Nachhinein als erheblich aufwendiger herausstellen. Deshalb sollte bei einem Preisvergleich immer das gesamte Abdichtungskonzept betrachtet werden.
Welche Horizontalsperre ist die beste?
Auch diese häufig gestellte Frage lässt sich nicht pauschal mit einem bestimmten Produkt oder Verfahren beantworten. Die technisch richtige Frage lautet:
Welche Wasserwege müssen bei meinem Gebäude unterbrochen werden?
Liegt tatsächlich ausschließlich kapillar aufsteigende Feuchtigkeit vor, können mechanische Horizontalsperren oder fachgerecht ausgeführte Injektionsverfahren geeignete Lösungen sein. Dringt Feuchtigkeit jedoch zusätzlich seitlich durch die erdberührten Kellerwände ein oder sind Wand-Boden-Anschluss beziehungsweise Bodenplatte betroffen, reicht eine reine Horizontalsperre möglicherweise nicht aus. Dann sollte geprüft werden, ob ein umfassenderes Abdichtungskonzept sinnvoller ist.
Horizontalsperre, Injektion oder ISOKRISTALL® – die Unterschiede auf einen Blick
| Eigenschaft | Injektions-Horizontalsperre | Mechanische Horizontalsperre | ISOKRISTALL® |
|---|---|---|---|
| Gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit | Ja | Ja | Ja |
| Horizontale Abdichtungswirkung | Ja | Ja | Ja |
| Vertikale Abdichtungswirkung | Nein | Nein | Ja |
| Flächige Kellerinnenabdichtung | Nein | Nein | Ja |
| Wand-Boden-Anschluss integrierbar | zusätzliche Maßnahme erforderlich | zusätzliche Maßnahme erforderlich | Ja |
| Bodenplatte integrierbar | Nein | Nein | Ja |
| Bohren für Horizontalsperre erforderlich | Ja | je nach Verfahren | Nein |
| Großflächiges Aufgraben erforderlich | Nein | normalerweise nein | Nein |
| Für drückendes Wasser als Gesamtsystem | nicht Aufgabe der Horizontalsperre | nicht Aufgabe der Horizontalsperre | bis 1,5 bar geprüft |
| Abdichtungswirkung innerhalb des mineralischen Bauteils | abhängig vom Injektionsverfahren | mechanische Sperrebene | Rekristallisation im Bauteil |
Hinweis: Die Tabelle stellt die grundsätzlichen Funktionsprinzipien vereinfacht gegenüber. Welche Sanierung technisch erforderlich ist, muss immer anhand des konkreten Gebäudes beurteilt werden.
Häufige Fragen zur nachträglichen Horizontalsperre
Kann man eine Horizontalsperre nachträglich einbauen?
Ja. Bei bestehenden Gebäuden stehen unter anderem mechanische Verfahren und Injektionsverfahren zur Verfügung. Welche Methode geeignet ist, hängt von Mauerwerk, Durchfeuchtung und Ursache der Feuchtigkeitsbelastung ab.
Kann eine Horizontalsperre von innen eingebaut werden?
Ja. Insbesondere Injektionsverfahren können von innen ausgeführt werden. Auch flächige Innenabdichtungsverfahren wie ISOKRISTALL® werden von der Gebäudeinnenseite verarbeitet.
Gibt es eine Horizontalsperre ohne Aufgraben?
Ja. Für verschiedene nachträgliche Horizontalsperren muss die Kelleraußenwand nicht freigelegt werden. Auch eine flächige Innenabdichtung mit ISOKRISTALL® kann ohne großflächiges Aufgraben erfolgen.
Warum funktioniert meine Horizontalsperre nicht?
Dafür können verschiedene Ursachen verantwortlich sein. Bei einer Injektion kann beispielsweise die Ausbildung einer ausreichend zusammenhängenden Wirkzone durch Beschaffenheit und Inhomogenität des Mauerwerks beeinflusst werden. Ebenso kann die Horizontalsperre funktionieren, während zusätzlich Feuchtigkeit seitlich durch die Kellerwand eindringt.
Kann eine Horizontalsperre undicht werden?
Ob und warum eine nachträglich hergestellte Sperre ihre Aufgabe nicht ausreichend erfüllt, hängt vom jeweiligen Verfahren, Material, Mauerwerk und der Ausführung ab. Bei erneut auftretender Feuchtigkeit sollte außerdem überprüft werden, ob tatsächlich weiterhin aufsteigende Feuchtigkeit vorliegt oder Wasser über einen anderen Weg eindringt.
Hilft eine Horizontalsperre gegen drückendes Wasser?
Eine klassische Horizontalsperre ist nicht als vollständige Kellerabdichtung gegen drückendes Wasser gedacht. Hierfür muss ein entsprechend geprüftes Abdichtungssystem eingesetzt werden.
Was kostet eine nachträgliche Horizontalsperre?
Die Kosten hängen unter anderem von Wandlänge, Wandstärke, Mauerwerksart, Verfahren und notwendigen Vor- und Nacharbeiten ab. Entscheidend ist außerdem, ob ausschließlich eine Horizontalsperre oder eine vollständige Kellerabdichtung erforderlich ist.
Welche Horizontalsperre ist die beste?
Das hängt von der tatsächlichen Wasserbelastung ab. Bei ausschließlich kapillar aufsteigender Feuchtigkeit können klassische Verfahren sinnvoll sein. Bei zusätzlicher seitlicher Wasserbelastung sollte geprüft werden, ob eine kombinierte Horizontal- und Vertikalabdichtung die bessere Lösung darstellt.
Gibt es eine Alternative zum Injektionsverfahren?
Ja. ISOKRISTALL® arbeitet nicht nach dem Prinzip einer klassischen Bohrlochinjektion. Das Rekristallisationssystem wird flächig aufgebracht und baut seine Abdichtungswirkung innerhalb der behandelten mineralischen Bauteile auf.
Fazit: Vielleicht brauchen Sie gar keine klassische Horizontalsperre
Wer nach „Horizontalsperre nachträglich“ sucht, hat meistens bereits eine Lösung im Kopf:
Eine Sperre muss in die Wand.
Doch bevor Geld in eine einzelne Maßnahme investiert wird, sollte eine andere Frage beantwortet werden:
Woher kommt das Wasser tatsächlich?
Kommt die Feuchtigkeit ausschließlich kapillar von unten, kann eine klassische Horizontalsperre eine geeignete Lösung darstellen. Kommt Wasser jedoch zusätzlich seitlich durch die erdberührte Kellerwand, über den Wand-Boden-Anschluss oder sogar durch die Bodenplatte, löst eine reine Horizontalsperre nur einen Teil des Problems. Und genau hier unterscheidet sich ISOKRISTALL® von klassischen Horizontalsperren.
Statt lediglich eine einzelne horizontale Sperrzone herzustellen, baut das WTA-zertifizierte Rekristallisationssystem eine Abdichtungswirkung innerhalb der behandelten mineralischen Bauteile selbst auf.
- Horizontal und vertikal.
- Von innen und ohne großflächiges Aufgraben.
- Wand und Bodenplatte können in ein gemeinsames Abdichtungskonzept einbezogen werden.
- Geprüft gegen Wasserdruck bis 1,5 bar.
- Und ausgezeichnet bei den Construction & Engineering Awards 2026 des britischen BUILD Magazine als „Structural Waterproofing System of the Year 2026 – Europe“.
Deshalb sollte die entscheidende Frage bei einem feuchten Keller vielleicht nicht lauten:
„Wie kann ich nachträglich eine Horizontalsperre einbauen?“
Sondern:
„Warum nur eine Horizontalsperre einbauen, wenn ich meinen Keller horizontal und vertikal abdichten kann?“